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Kleid

Frauenfeld, 2017

 

Während einer einmonatigen Atelierzeit im Shed im Eisenwerk Frauenfeld befassten sich Katia Rudnicki, Elea Rohner, Marion Täschler und Katherine Newton mit dem Thema "Kleid" als Grenze von Innen und Aussen.

 

Als Selbstexperiment uniformierten sie sich für einen Monat, um die Wahrnehmung dieser Grenze zu verstärken. Die Uniformen waren alle in der selben Grösse und in der selben Farbe. Es waren weisse Arbeitsoveralls, die sie während der Zeit im Atelier trugen - ausser halb des Ateliers waren es weisse Jeans und Hemden.

 

Tägliche Audioaufnahmen dokumentierten, wie es sich im Inneren anfühlt, durch die Uniform das eigene Individuum in den Hintergrund zu stellen und als Gruppe zu existieren. Die Stimmen der Audioaufnahmen wurden verzerrt, somit anonymisiert, täglich transkribiert und als Text in der Publikation öffentlich zugänglich gemacht. Dadurch begannen die vier, diese Grenze auszureizen und vielleicht sogar aufzulösen.

Es wurde bemerkbar, wie selbst kleinste Ereignisse zu grossen Themen werden. Scans von Material, Liegengelassenem, Gefundenem, oder auch einem Schnitt in den Finger verdeutlichten dies. Dinge, die von blossem Auge nicht einfach sichtbar waren, sondern durchleuchtet werden mussten, brachten erstaunliche Strukturen zum Vorschein.

 

Es ist der Raum zwischen Mensch und Kleid. Es ist eine Zone, die flimmert, explodiert, sich anspannt und ausdehnt, verstaubt, aufgekratzt ist, verschmutzt und dampft. Es ist eine Zone, die als Filter funktioniert, auf dem sich manche Dinge absetzen und verhärten.

 

Die Ausstellung «KLEID» zeigt weisse Mäntel, die genau wie die Scans überdimensioniert sind. Der Raum zwischen Mensch und Mantel wird vergrössert und die eigene flimmrige Filterzone wird erfahrbar. Staub, Schmutz, Explosionen, Ausdehnungen und Verhärtungen dürfen auf diesen Mänteln Platz haben.